Nation und Staat

Der Begriff der Nation wird meist synonym mit Staat oder Volk verwendet. Die Idee zielt auf einen entsprechenden Staat, der einer Gesellschaft einen spezifischen Ordnungsrahmen gibt. Durch Erfahrungen eines aggressiven Nationalismus einerseits, durch jüngere Globalisierungserfahrungen andererseits stehen Probleme wie Potenziale des Begriffs der Nation zur Diskussion. Die Frage nach der staatsbürgerlichen Zugehörigkeit zu einer Nation tritt dabei immer wieder auf.

Basisinformationen

Die Idee der Nation setzte sich in Europa während des 19. Jahrhunderts durch. Der Begriff geht von einer affektiv aufgeladenen, kollektiven Identität aus. Sie legt sich auf ethnische, kulturelle, geschichtliche oder sprachliche Gemeinsamkeiten einer Gesellschaft fest, womit die gleichzeitige Abgrenzung divergierender Merkmale verbunden ist. Dies zeigt sich bei der Schaffung und Ausgestaltung eines Nationalstaats, in dem sich die Idee der Nation konkretisiert und eine bestimmte Gesellschaft prägt. Meist wird mit dem Staat die spezifische Ordnungsmacht im Gegenüber zur Gesellschaft als allgemeiner Bürgerschaft verstanden. Als konstante Problemstellung für einen Nationalstaat ergibt sich die Frage nach der staatsbürgerlichen Zugehörigkeit. Hierbei lassen sich die beiden Traditionen des Bluts- sowie des Landrechts (ius sanguinis / ius soli) ausmachen. Demzufolge wird die politische Zugehörigkeit von nationalstaatlicher Seite entweder über die Abstammung oder über den Geburtsort erteilt. Allerdings sind in Geschichte und Gegenwart meist Mischformen beider Traditionen zu beobachten, die sich in wechselnden historischen Konstellationen ändern.
Zentrales Problem der Idee der Nation ist der inhärente Nationalismus, der vielfach zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte und führt. Dies zeigt sich deutlich im 20. Jahrhundert, als vor allem der deutsche Nationalismus zum Ausbruch beider Weltkriege führte. Mittlerweile gilt Nationalismus in Deutschland weitgehend als desavouiert. Auch die gängige Unterscheidung zwischen einem Patriotismus als liebevoller Heimatverbundenheit und einem Nationalismus als aggressivem Überlegenheitsgefühl ist umstritten, da die Übergänge fließend sind. Eine wichtige Rolle beim Nationalismus spielt die Religion: Während einerseits der Nationalismus als Ersatzreligion kritisiert wird, spielen in den europäischen Nationalstaaten konfessionelle Bezüge vielfach eine wichtige Rolle für nationalistisches Denken. In Europa gilt die europäische Integration als entscheidender Schritt zur Bändigung des Nationalismus und zur Einhegung seiner destruktiven Potenziale. Gleichwohl ist als Reaktion auf Europäisierung und Globalisierung auch eine Renationalisierung zu verzeichnen. Das Verhältnis von Nation zu EU bzw. von Nation zu Weltgesellschaft prägt die politisch-philosophische Debatte der Gegenwart.

a. Begriffsgeschichte und Bedeutung

Der Begriff Nation leitet sich vom Lateinischen nasci (dt.: "geboren werden") ab. Tacitus benannte mit natio eine Abstammungsgemeinschaft (vgl. Tacitus 1968). Der Begriff wurde vielfach synonym mit dem Griechischen ἔθνος (éthnos), aber auch mit dem Lateinischen gens verwendet (dt.: "Volk, Volksstamm"). In Abgrenzung zu den nationes, die "unzivilisierte Völker" meinten, wurde mit populus Romanus das Staatsvolk der römischen Republik und damit die Gesamtheit der römischen Bürgerschaft erfasst. Entsprechend unterscheidet die Vulgata auch begrifflich zwischen nationes oder gentes (altgriechisch: ἔθνοι [éthnoi]) als Heiden und populus (altgriechisch: λαὸς [laòs]) als dem Gottesvolk (vgl. Gal 1,16; 1. Kor 10,7). Die Unterscheidung korrespondiert sowohl dem lateinischen als auch dem hebräischen Sprachgebrauch. Im Alten Testament wird vielfach zwischen עַם ‘am (dt.: "Volk"), das in entsprechender Constructus-Verbindung Gottesvolk bedeutet, gegenüber גּוֹי gôj (dt.: "Fremdvolk", meist im Plural: "Fremdvölker") unterschieden. Die jeweiligen Verwendungen von Singular und Plural bringen in diesem Zusammenhang auch die Gegenüberstellung von Monotheismus und Polytheismus zum Ausdruck. Im Zuge der Bildung neuzeitlicher nationaler Identitäten fanden sich vielfach Bezüge zu dieser Vorstellung. Dies verband etwa in Großbritannien oder den USA das spezifische Nationsverständnis mit dem alttestamentlichen Erwählungsgedanken.
Der Begriff der Nation kommt vermutlich im 15. Jahrhundert in Deutschland auf. Im deutschen Sprachgebrauch ist die synonyme Verwendung von "Nation" und "Volk" charakteristisch. Dies zeigt sich auch im Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, dem zufolge eine Nation "das (eingeborne) volk eines landes, einer groszen staatsgesamtheit" sei (Bd. 13, Sp. 425). Auch das Englische und das Italienische weisen ein tendenziell ethnisches Verständnis der nation bzw. nazione auf, während im Französischen stärker zwischen politischer (nation) und sozio-kultureller Gemeinschaft (peuple) unterschieden wird. Bemerkenswert ist die begriffspolitische Aufladung zwischen Nép (dt.: "Volk") und Nemzet (dt.: "Nation") im Ungarischen: Bei ersterem schwingt stärker die Bedeutung des Bauernvolkes mit, weshalb die kommunistische Regierung den Begriff vordergründig verwendete und er heute von nationalkonservativen Kräften kritisiert wird. Demgegenüber wird Nemzet vor allem als ethnischer und nicht als staatlicher Begriff verstanden, der somit auch ungarische Minderheiten jenseits des heutigen Staatsgebiets einschließt (vgl. Fischer und Friedrich 1997, 94–97). Die generellen ideologischen Implikationen der synonymen Bezeichnung von Nation und Volk sind bedenkenswert, da somit die nationale Einheit mit dem Volksgedanken naturalisiert und ideologisiert wird. Der Aspekt einer Konstruktion einer Gemeinschaft droht auf diese Weise aus dem Blick zu geraten (vgl. Hoffmann 1991, 192f.).
An den mittelalterlichen Universitäten wurden die Studenten in verschiedene regionale Landsmannschaften eingeteilt, die als nationes bezeichnet wurden. Damit verbunden war ein verstärktes Zugehörigkeitsgefühl der Studenten, auch Schlägereien der jeweils national zugeordneten Studenten sind dokumentiert. Allerdings ließ die affektive, mitunter aggressive Bindung mit dem Verlassen der Universitäten wieder nach. Im frühen 16. Jahrhundert wurde das "Heilige Römischen Reich" vermehrt mit dem Appendix "Deutscher Nation" benannt. Dennoch spielte die Zugehörigkeit zur Stadt, später zur Region und zur jeweiligen Konfession eine wichtigere Rolle in der allgemeinen Wahrnehmung. Erst im 19. Jahrhundert lässt sich europaweit die breite Zunahme einer nationalen Bindung feststellen. Entgegen der in dieser Zeit häufig bemühten Notwendigkeit einer spezifischen Nationsbildung ist somit der Charakter des Nationsbegriffs als ideelles Konstrukt in einer bestimmten historischen Konstellation festzustellen.
Bei der neuzeitlichen Verwendung des Begriffs Nation ist eine synonyme Verwendung oder enge Verknüpfung mit dem Begriff des Staats charakteristisch. Vorauslaufende Begriffe für Staat waren res publica (dt.: "öffentliche Sache, Gemeinwesen"), regnum (dt.: "Königtum, Herrschaft") oder im reformatorischen Zeitalter "Obrigkeit". Verbunden mit der oben skizzierten Genese des Nationsbegriffs bedeutet Staat im neuzeitlichen Sinne eine territorial abgegrenzte Ordnung, die durch die ihr gegebene Macht das gesellschaftliche Zusammenleben regelt und gestaltet. Entsprechend bezeichnet die Staatsgewalt die staatlichen Institutionen. Der Begriff dient auch in anderen europäischen Sprachen neutral zur Beschreibung politischer Herrschaft. Komposita wie Rechts- oder Sozialstaat formulieren das Ideal einer funktionierenden Gewaltenteilung bzw. einer sozialen Daseinssicherung.


b. Historische Ursprünge des modernen Nationalstaats: Staats-, Kultur- und Volksnation

Der Historiker Friedrich Meinecke griff in wirkmächtiger Weise auf die Unterscheidung zwischen Staatsnation und Kulturnation zurück: "Man wird, trotz aller sogleich zu machenden Vorbehalte, die Nationen einteilen können in Kulturnationen und Staatsnationen, in solche, die vorzugsweise auf einem irgendwelchen gemeinsam erlebten Kulturbesitz beruhen, und solche, die vorzugsweise auf der vereinigenden Kraft einer gemeinsamen politischen Geschichte und Verfassung beruhen. Gemeinsprache, gemeinsame Literatur und gemeinsame Religion sind die wichtigsten und wirksamsten Kulturgüter, die eine Kulturnation schaffen und zusammenhalten." (Meinecke 1908 [1962], 3) Diese idealtypische Unterscheidung lässt sich vor allem mit Blick auf die französische und die deutsche Nationsbildung genauer beschreiben.
Im Zuge der Französischen Revolution etablierte sich eine neue und weitreichende Vorstellung der Nation. Die von Jean-Jacques Rosseau inspirierte Reinterpretation der Nation richtete sich gegen die etablierte aristokratische Konzeption (vgl. Rosseau 1762 [2011]). Nach dieser verstand sich der Adel als nation, die dem allgemeinen Volk als peuple gegenüberstand. Entscheidend war dabei die Legitimation der nation als herrschender Stand über die jeweilige Abstammung, während die anderen, beherrschten Stände ihren sozialen Status gleichermaßen erbten. Das revolutionäre Nationsverständnis äußerte sich als nation unie et indivisible und ging mit dieser Bestimmung von einer allgemeinen Volkssouveränität aus, die den republikanischen Staat legitimierte und den alten feudal-absolutistischen Ständestaat ablöste. Diese emanzipative Stoßrichtung der Nation orientierte sich an einem gemeinsamen politischen Willen, der volonté générale, der nicht zwingend eine gemeinsame Abstammung vorauslaufen musste. Pointiert fasste der Historiker und Mitglied der Académie Française, Ernest Renan, dieses Verständnis zusammen: Was eine Nation ausmacht, ist nicht das Sprechen einer gemeinsamen Sprache oder die Zugehörigkeit zur gleichen ethnischen Gruppe; es ist vielmehr das gemeinsame Vollbringen großer Dinge in der Vergangenheit und das gemeinsame Wollen hinsichtlich der Zukunft (vgl. Renan 1882 [1992]). Entsprechend kam auch der staatsbürgerlichen Integration, insbesondere durch breite Alphabetisierung, eine wichtige Rolle zu (vgl. Gosewinkel 2016, 52–66).
Während die französische und britische Nationsbildung vordergründig vom Gedanken eines gemeinsamen politischen Willens zur Staatsnation geprägt war, trat bei der deutschen oder italienischen Nationsbildung die Schaffung einer Kulturnation in den Vordergrund (so die wirkmächtige und viel kritisierte idealtypische Unterscheidung Meineckes, vgl. Meinecke 1908). Der Widerstand gegen die napoleonische Fremdherrschaft bildet das Schlüsselerlebnis für die neuen Herausbildungen nationaler Bewegungen. Bedingt durch den noch nicht existenten deutschen Staat stand die kulturelle Zugehörigkeit im Fokus, die über eine gemeinsame Sprache und ein gemeinsames geschichtliches Erbe vermittelt und durch religiöse Bezüge unterfüttert wurde. Das französische Modell ist also stärker voluntaristisch orientiert: Das Volk will auf Grund der politischen Gemeinsamkeiten eine Staatsnation schaffen. Eine Variante davon findet sich im britischen, US-amerikanischen oder helvetischen Nationsverständnis. Insbesondere bei letzterem fungiert der Begriff der "Willensnation" als Chiffre für eine nationale Selbstverständigung, die gemeinsame Interessen angesichts kultureller und sprachlicher Differenzen betont (vgl. Kohler 2013, 121–141). Dagegen ist das Modell der Kulturnation deterministisch strukturiert: Dem Volk ist die kulturelle Gemeinsamkeit vorgegeben, der die Schaffung des Nationalstaats korrespondiert. Indes weisen Staats- wie Kulturnation vielfache Überschneidungen auf. Die Staatsnation wurde insbesondere durch die Mythisierung von Nationalhelden kulturalisiert, beispielsweise bei Jeanne d’Arc, Vercingetorix, Arminius oder George Washington. Für diese Heroisierung war auch charakteristisch, dass der Gedanke einer Abstammung des Volkes von diesen Personen konstruiert wurde.
Die ethnische Komponente spielt im Rahmen der Kulturnation grundsätzlich eine größere Rolle (vgl. Gosewinkel 2016, 42–51). Vor allem durch die völkische Bewegung im späten 19. Jahrhundert wurde die nationale Staatsbürgerschaft zunehmend ethnisiert. Kriegerische Konfrontationen, nicht zuletzt der deutsch-französische Krieg 1870, forcierten einen solchen Nationalismus, der nun verstärkt mit biologistischen Gedanken operierte. Ideologischer Kern der Bewegung war der weitverbreitete Sozialdarwinismus, der weniger von einer kulturellen als vor allem von einer ethnischen Determiniertheit ausging. Die Unterscheidung verschiedener Völker als unterschiedliche Rassen begründete schließlich eine enge Verbindung von Nationalismus und Rassismus. Die völkische Ideologie griff auf nationale Denkfiguren des 19. Jahrhunderts zurück und postulierte eine biologische Abstammungsgemeinschaft zwischen Germanen und Deutschen, die ein Überlegenheits- und Erwählungsparadigma begründete (vgl. Puetscher 2016). Als Variante der Kulturnation lässt sich insofern dieses Konzept als Volksnation bezeichnen.
Hinsichtlich der Ursprünge des modernen Nationalstaats ist festzuhalten, dass die Vorstellung einer Nation mit der Französischen Revolution dominant wurde und damit den Übergang zur europäischen Moderne markiert. Hierbei sind emanzipative Potenziale ebenso wie die Integrationskraft eines neuen bürgerlichen Bewusstseins zu verzeichnen, der aber zugleich destruktive Potenziale eines übersteigerten Nationalbewusstseins korrespondieren. Letztere entluden sich nach außen im blutrünstigen Kampf gegen andere Nationen und nach innen in der Bekämpfung nicht volksgemäßer Elemente – in der deutschen Geschichte vor allem im Antisemitismus, der unauflöslich mit der Ethnisierung der deutschen Nationalidee verbunden war.


c. Nationalismus

Nationalismus stellt keine eigenständige Ideologie dar, vielmehr entwickelt er sein spezifisches Profil in Verbindung mit einer politischen Weltanschauung. Entsprechend lassen sich konservative, faschistische, antikoloniale und liberale Nationalismen unterscheiden (vgl. Greenholm 1994, 21). Grundsätzlich wird im Deutschen zwischen Patriotismus als stolzer, liebevoller Verbundenheit mit der eigenen Nation und Nationalismus als einem chauvinistischen, aggressiven Überlegenheitsgefühl unterschieden. Beispielsweise im Englischen oder im Dänischen ist Nationalismus nicht zwingend ein negativ konnotierter Begriff, sondern wird teilweise auch im Sinne eines toleranten Patriotismus verwendet. Der Neuzeithistoriker Christian Jansen bemerkt grundsätzlich kritisch: "Als Idealtypus mag ein solcher toleranter Patriotismus denkbar sein. Die empirisch fundierten Erkenntnisse über den strukturellen Zusammenhang von Inklusion und Exklusion bei der Bildung von ‚Wir-Gruppen‘ lassen eine solche Differenzierung allerdings fraglich erscheinen." (Jansen 2007, 18) Diese Problemanzeige gilt es auch bei divergierenden Bestimmungen von Patriotismus oder Nationalismus festzuhalten.
Der konservative Nationalismus greift auf Gedanken der Romantik zurück und betont das gemeinsame sprachliche und kulturelle Erbe. Gerade im deutschen Protestantismus ist historisch eine enge Verschränkung mit dem konservativen Nationalismus charakteristisch. Der nationalen Identität und Zusammengehörigkeit wird große Bedeutung zugemessen, was sich einerseits in der Hochschätzung militärischer Verteidigung, andererseits in der Pflege der Sprache und des kulturellen Erbes äußert – etwa durch die Hervorhebung literarischer Leistungen, nationaler Mythen oder religiöser Besonderheiten der eigenen Nation. Als wichtige Vordenker können Johann Gottfried Herder und Johann Gottlieb Fichte gelten. Das Volk bildet eine kollektive Persönlichkeit, die vielfach als Organismus bezeichnet wurde. Die Individuen werden damit zum Bestandteil des Gesamt¬organismus, mit dem sie sich identifizieren müssen. Die Nationen gelten als Schöpfungen Gottes, die im Laufe der Geschichte zu ihrer Entfaltung gelangen. Die Verankerung im Schöpfungsgedanken könnte das Potenzial eines dynamischen Nationsbegriffs und einer Anerkennung sonstiger Nationen bedingen. Faktisch tendiert der konservative Nationalismus aber nicht zuletzt durch eine Theologie der Schöpfungsordnungen zur Ontologisierung der Nation, die zur Abwertung anderer Nationen führte.
Diese Tendenz wird im faschistischen Nationalismus explizit. Dieser geht von einem ethnisch homogenen Volkskörper aus, der anderen Nationen überlegen sei. Im italienischen, spanischen, kroatischen oder argentinischen Raum verschränkte sich dies mit Strömungen des katholischen Klerus, erst nach dem Zweiten Weltkrieg fand insbesondere durch das Zweite Vaticanum eine Distanzierung von faschistischen Kräften statt. Charakteristisch ist das Streben nach Ausdehnung des Territoriums und der Machterweiterung der eigenen, als überlegen wahrgenommenen Nation. Entsprechend weist der faschistische Nationalismus eine starke Affinität zu Kriegsverherrlichung und Militarismus aus, der die dezidierte Ablehnung von Liberalismus, Kommunismus und Sozialismus korrespondiert. Die Folgen des faschistischen Nationalismus waren für Minderheiten in den betroffenen Staaten, aber auch für die benachbarten Staaten verheerend. Die katastrophalsten Folgen weist die Variante des Nationalsozialismus auf, die mit einer antisemitischen Rassentheorie eine Blut-und-Boden-Ideologie verfolgte (vgl. Ottmann 2010, 275f.).
Im Unterschied dazu entstand der antikoloniale Nationalismus vor allem im Kontext der Dekolonisierung nach dem Zweiten Weltkrieg im globalen Süden. Das Streben nach nationaler Selbstbestimmung verschränkt sich hier mit dem Ideal sozialer und wirtschaftlicher Gleichstellung. Charakteristisch ist die scharfe Kritik an Kolonialismus, Imperialismus oder westlicher Vorherrschaft, die oft zu einer Allianz mit marxistischen Kräften führte. Während des Nationsbildungsprozesses griffen antikoloniale Bewegungen allerdings ihrerseits auf koloniale Identitätskonstrukte zurück, um ein ethno-religiöses Gruppengefühl für ihre Ziele zu nutzen. Im Zuge dessen kam es vielfach zu Separatismus und Tribalismus, der zahlreiche Nationen des globalen Südens bis heute destabilisiert (vgl. Fischer-Tinné 2016). Im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) bestand eine ausgeprägte Affinität zu zahlreichen antikolonialen Nationalbewegungen. Dies hing auch mit dem Selbstverständnis zusammen, als global-christliche Plattform zwischen Ost- und Westblock eine vermittelnde Rolle einzunehmen.
Dagegen entstand der liberale Nationalismus im anglo-amerikanischen Raum. Er ist dort weiterhin als programmatische Chiffre gebräuchlich und verbindet nationale Selbstbestimmung mit den Grundsätzen der Gleichheit und der individuellen Freiheit. Prägender Vertreter ist John Locke, der auf das voluntaristische Nationsverständnis Rosseaus zurückgriff und den Staat als Zusammenschluss freier Individuen auffasste. Die Ausübung politischer Macht wird von einem verbindlichen Rechtsrahmen begleitet, der eine gleichberechtigte Betätigung der Bürgerinnen und Bürger ermöglicht. In der aktuellen politisch-philosophischen Debatte gilt David Leslie Miller als prononciertester Vertreter eines liberalen Nationalismus. Miller grenzt sich von einem ethnischen Nationalismus ab und sieht nationale Identitäten als wichtige Quelle des persönlichen Selbst, die eine solidarische Verpflichtung gegenüber anderen ‚co-nationals‘ begründe (vgl. Miller 1995).
Historisch ist allerdings fragwürdig, dass eine nationale Solidarität entstanden sein sollte, "weil privilegierte Schichten plötzlich entdeckt hätten, dass sich aus ihrer Identität eigentlich ethische Pflichten ergaben" (Müller 2010, 90). Vielmehr waren es politische und soziale Anerkennungskämpfe, in denen die einen Mitglieder den anderen Mitgliedern einer Nation sozialstaatliche Befriedungsmaßnahmen abringen konnten. Dies wird vor allem an der Einführung von Sozialversicherungssystemen im 19. und 20. Jahrhundert deutlich: Sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien führte die Sorge vor einer Verschärfung der Kämpfe zur Einführung; erst im Ergebnis wurde die Einführung auch mit einer nationalen Identität begründet. Insofern zeigt sich, dass die Idee eines liberalen Nationalismus von der Auslassung historischer Anerkennungskämpfe lebt und damit zugleich potenzielle Neubildungen staatlicher Identitäten tendenziell negiert, beispielsweise im Kontext des Referendums um eine schottische Unabhängigkeit (vgl. Biggar 2014). Somit ergibt sich nicht allein das oben erwähnte Problem der vordergründig idealtypischen Toleranz. Vielmehr pflegt der liberale Nationalismus ein letztlich apolitisches Ethikverständnis: Einzig durch Abstraktion von der politischen Wirklichkeit gelingt es, eine liberal-nationale Identität zu formulieren und daraus resultierende Pflichten zu behaupten.
Insgesamt weisen insbesondere der konservative und der faschistische Nationalismus ein latentes oder offenkundiges Aggressionspotenzial auf. Die ihnen inhärente imperiale bis imperialistische sowie demokratiefeindliche Haltung macht sie zu indiskutablen Ausprägungen der Nation in der gegenwärtigen politisch-philosophischen Debatte. Im Gegensatz dazu werden trotz der genannten Problempotenziale der antikoloniale und der liberale Nationalismus vor allem im anglo-amerikanischen Raum debattiert. Europäisierung und Globalisierung haben zur Folge, dass Nationalismus gleichermaßen kritisiert oder neu entfacht wird.


d. Europäisierung und Globalisierung

Der Beginn der europäischen Einigung ist als Reaktion auf die katastrophalen Folgen des Zweiten Weltkriegs zu sehen, der Ergebnis nationalistischer Auseinandersetzungen war. Sie zielte mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) im Jahr 1951 auf die Bändigung des Nationalismus durch Vergemeinschaftung kriegswichtiger Industrien und die daraus resultierende wechselseitige Abhängigkeit der Mitgliedstaaten. Die Strategie war zumindest hinsichtlich der beteiligten Staaten überaus erfolgreich: Die Verflechtung der Volkswirtschaften und die vertrauensbildende Zusammenarbeit der beteiligten politischen Eliten führte langfristig zu einer Deeskalation zwischen den Nationalstaaten. Gleichwohl lässt sich dieser friedvolle Wandel "nicht ursächlich auf den Einigungsprozess zurückführen, wurde aber in seinem Rahmen realisiert" (Patel 2016, 106). Zudem ist auch der außenpolitische Erfolg der Europäischen Gemeinschaft und später der Europäischen Union eher gering.
Im Zuge der europäischen Integration kam es teilweise zu einer Nationalisierung des Europagedankens (vgl. Brubaker 2004). Im Entwurf der gescheiterten europäischen Verfassung war eine nationalstaatlich aufgeladene Symbolisierung der EU vorgesehen, die bei kleinen Mitgliedstaaten die Angst vor einem Superstaat weckte. Auch nach dem Scheitern der Verfassung steht das Verhältnis von Nationalstaat und europäischem Staatenverbund zur Diskussion. Europa-Enthusiasten berufen sich auf das Ideal der "Vereinigten Staaten von Europa", während Europa-Skeptiker dem ein "Europa der Vaterländer" entgegenhalten. Auch wenn nicht immer eindeutig ist, was mit dem jeweiligen Konzept näher gemeint ist, dürfte die gleichzeitige Würdigung der nationalen und europäischen Ebene angemessener sein. Das hohe Demokratieniveau nationaler Öffentlichkeiten ist dabei ebenso anzuerkennen wie die Gestaltungspotenziale des supranationalen Staatenverbunds, der nationale Egoismen einhegen und globale Herausforderungen bearbeiten kann (vgl. Habermas 2011).
Im Zuge zunehmender Globalisierung, nicht zuletzt durch verstärkte Migration, haben auch die Plädoyers für einen moralischen Kosmopolitismus zugenommen, der Nationalismus grundsätzlich zurückweist und Patriotismus zumindest in die Schranken weist (vgl. Nussbaum 1996). Gegenüber einer vordergründig moralischen Ausrichtung sollte eine kosmopolitische Position allerdings realitätsnah argumentieren, d.h. mit genauem Blick auf politische Verhältnisse und die Rechtsordnungen (vgl. Benhabib 2016). Volkssouveränität und Menschenrechte sind dabei nicht in ein konkurrierendes, sondern komplementäres Verhältnis zu setzen. Jede nationale Verfassung greift auf kosmopolitische bzw. menschenrechtliche Normen zurück, die aber von der Bürgerschaft angeeignet und kontextualisiert werden müssen (vgl. Benhabib 2008). Für Migrationsdebatten ist charakteristisch, dass die Menschenrechte durch die politische Aneignung zu neuen diskursiven Konstellationen und neuen Rechtsentwicklungen beitragen (vgl. Benhabib 2016, 191–234; s. Art. Migration). Deutlich wird dies etwa in den Konflikten um das Tragen eines Kopftuchs, in denen die Betroffenen sich vielfach auf die positive Religionsfreiheit beriefen, zu politischen Akteurinnen wurden und die abstrakte Vorstellung neu konkretisierten. Auf diese Weise verschiebt sich auch das Verständnis der Nation. Bezogen auf den europäischen Kontext ist dementsprechend ein europäischer Verfassungspatriotismus denkbar, um das Verhältnis von Nationalstaat zu EU und Weltgesellschaft auszutarieren (vgl. Müller 2010).


e. Theologische Deutung

Ein starker Bezug zu Nation und Staat ist genuin für die reformatorische Tradition. Durch die Übersetzung der Bibel in die Muttersprachen sollte das Evangelium dem Volk eröffnet werden. Dies bewirkte in zahlreichen Protestantismen langfristig eine ausgeprägte Affinität zu Nationalbewegungen mit, die zumindest zu Beginn anti-imperial ausgerichtet waren. Durch die machtpolitisch erforderliche Liaison mit den Fürstentümern kam es im Zuge der reformatorischen Rekonstitution der Kirche zu einer engen, teils ungewollten Zuordnung zur weltlichen Obrigkeit. Das ursprüngliche theologische Unterscheidungspotenzial zwischen geistlichem und weltlichem Regiment ging dabei verloren. Dies erklärt, warum sich im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert die Sakralisierung der Nation mit der Nationalisierung der Konfession verschränkte. Das Reformationsjubiläum 1917 feierte Luther als "den deutschesten Mann, den es je gegeben hat" (zitiert nach: Röther 2017). Nicht weniger drastisch tritt das Problem bei Emmanuel Hirsch zutage, der das Volk als göttliche Schöpfungsordnung begriff, die im Gegensatz zur als individualistisch erfahrenen Demokratie stand. Dies kulminierte in der Bestimmung: "Es ist sowohl unmenschlich wie unchristlich, zu leugnen, daß das Volk heilig ist." (Hirsch 1938, § 59 M.3, 249)
Erst durch die Katastrophe des Nationalsozialismus wuchs das Bewusstsein in Theologie und Kirche in Deutschland, dass sowohl die gesamteuropäische Dimension der Reformation als auch die konkreten Versöhnungspotenziale der christlichen Botschaft im Zuge dieser nationalistischen Verführung verloren gegangen waren. In wünschenswerter Deutlichkeit bezieht die von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) erarbeitete Studie "Kirche – Volk – Staat – Nation" (2002) diesbezüglich Stellung. Nationale Völker werden nicht als religiöse Größen oder gar Schöpfungsordnungen überhöht, sondern als säkulare und gestaltbare Ordnungen interpretiert. Damit verbunden ist auch die Würdigung der europäischen Ebene, die "zwischen Nationalismus und Globalität" politische Gestaltungsräume eröffnet und eine entscheidende Rolle bei der "gemeinsamen Krisenbewältigung und Konfliktregelung" (Fischer/Friedrich 2017) spielt. Im Bewusstsein subsidiärer Zuständigkeiten sind daher regionale, nationale, europäische und globale Ebenen im Sinne sozialer Ordnungen anzuerkennen und seitens christlicher Kirchen aktiv mitzugestalten. Auch in der Gegenwart weisen die reformatorischen Kirchen weiterhin eine ausgeprägte Staatsnähe auf, weshalb eine kontinuierliche theologisch-ethische Reflexion von Nation und Staat erforderlich ist.

a. Möglichkeiten der Operationalisierung

Im Lehrplan bayerischer Gymnasien bieten sich folgende Lernbereiche an (siehe Linksammlung):

Ev 9.5 Kirche und Staat – gestern und heute (ca. 12 Stunden)
Der Zusammenhang von christlichem Glauben und politischer Verantwortung zeigt sich am Handeln der Kirche. An Beispielen aus der jüngeren Geschichte gewinnen die Schüler Verständnis für Möglichkeiten und Schwierigkeiten christlicher Existenz im gesellschaftlich-politischen Raum und erkennen, dass sich die Kirche immer wieder neuen Herausforderungen stellen muss. Neben einem Überblick über die geschichtliche Entwicklung des 20. und 21. Jahrhunderts soll ein Teilbereich vertieft werden.
•    das Verhältnis von Evangelischer Kirche zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen seit dem 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart bedenken

  • die Evangelische Kirche und die soziale Frage des Industriezeitalters: soziale Bedingungen und Arbeitswelt; J.H. Wichern, W. Löhe, Innere Mission; Ablehnung des Sozialismus; Bündnis von Thron und Altar
  • Evangelische Kirche im Nationalsozialismus: Krise der bürgerlichen Kirche nach 1918; Deutsche Christen, Bekennende Kirche, Kirchenkampf, Verhältnis zum Judentum, Euthanasieprogramm; christlich motivierter Widerstand z.B. D. Bonhoeffer, Geschwister Scholl; Kirche nach 1945: Umgang mit Schuld ("Stuttgarter Schuldbekenntnis") [→ G 9.2]
  • die Stellung der Evangelischen Kirche in der Gegenwart: Volkskirche in der Demokratie und im Pluralismus; EKD; Ökumene [→ K 9.3]; Kirche in der DDR: Entkirchlichung, Jugendweihe; Rolle der Kirche bei der Wende 1989; aktuelle Herausforderungen an einem Beispiel [→ G 9.3]

 

Ev 11.2 Wer bin ich? – Das christliche Verständnis vom Menschen (ca. 16 Stunden)
Die Schüler finden sich als Persönlichkeiten innerhalb gesellschaftlicher Zusammenhänge vor. Sie reflektieren diese Situation und setzen sich mit der Vielfalt von Überlegungen und Entwürfen auseinander, die das Wesen des Menschseins zu erfassen suchen. Bei der Begegnung mit grundlegenden Denkfiguren des christlichen Verständnisses vom Menschen klären sie ihr eigenes Menschenbild und erkennen mögliche Folgerungen für die Lebensführung.
•    Voraussetzungen des menschlichen Daseins wahrnehmen

  • Faktoren der Identitätsbildung wie Kultur, Familie, Tradition
  • Diskussion über das Verhältnis von Anlagen und soziokultureller Prägung
  • mit Grundzügen biblisch-reformatorischer Anthropologie vertraut sein
  • der Mensch als Geschöpf und Ebenbild Gottes, als gebrochenes Wesen und Sünder im Sinne von 1. Mose 1.2f., Röm 7,7–25 und M. Luthers Auslegung des 1. Glaubensartikels im Kleinen Katechismus
  • der gerechtfertigte Mensch im Sinne von Röm 3,21–28 und der Rechtfertigungslehre M. Luthers ("simul iustus et peccator")

•    das Spezifikum des Menschen an einer übergeordneten Fragestellung herausarbeiten, z.B. freier Wille, Sprache, Bewusstsein, Unterschied von Mensch und Tier

  • ein Beitrag aus Biologie oder Psychologie oder Philosophie zur gewählten Fragestellung
  • dazu passende Impulse christlicher Anthropologie
     

b. Material

Texte:
Wolfgang Kruse, Nation und Nationalismus, in: bpb, Dossier: Deutsches Kaiserreich, 27.09.2012, abrufbar unter: https://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/kaiserreich/138915/nation-und-nationalismus
Markus Schulte von Drach, Von "guten" Patrioten und "bösen" Nationalisten, in: Süddeutsche Zeitung, 10.12.2018, abrufbar unter: https://www.sueddeutsche.de/politik/patriotismus-nationalismus-1.4238724


Audio:
Burkhard Weitz, "Volk, Nation, Heimat – was sagt die Bibel dazu?" (Religion für Einsteiger), in: Chrismo Plus, abrufbar unter: https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2019/45498/was-sagt-die-bibel-zu-volk-nation-und-heimat


Erklärvideos:
Mikro Drotschmann, Was ist Nationalismus? (MrWissen2go Geschichte), abrufbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=Ry-MUhBSib8
Jenny von Sperber, Nationalismus (RESPEKT-Reportage, ARD-alpha), abrufbar unter: https://www.br.de/mediathek/podcast/respekt/nationalismus/1259084
Mikro Drotschmann, "Deutschlands Wiedergeburt": Das Hambacher Fest (MrWissen2go Geschichte), abrufbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=TP2cf4vL6xo


Satirisches:
Bohemian Browser Balett, Der Schutzraum – Entspannungsraum für deutsche Patrioten, abrufbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=L9H9J39d7F0
Neo Magazin Royale mit Jan Böhmermann, BE DEUTSCH!, abrufbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=HMQkV5cTuoY

 

c. Fragen/Thesen zur Diskussion

1. "Europa der Vaterländer" oder "Vereinigte Staaten von Europa" – welche künftige Rolle sollte die Nation in der Europäischen Union spielen?
2. "Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt eins in Christus Jesus", schreibt Paulus an die Galater (3,28). Was bedeutet das für das Verhältnis der Kirche zum Nationalstaat?
3. Vor allem die reformatorischen Kirchen haben traditionell ein enges Verhältnis zum Nationalstaat. Welche Vorteile, welche Nachteile bringt das mit sich?

Vertiefende Literatur

Benhabib, S.: Die Rechte der Anderen, Frankfurt a. M. 2008.
Benhabib, S.: Kosmopolitismus ohne Illusionen. Menschenrechte in unruhigen Zeiten, Berlin 2016.
Biggar, N.: Between Kin and Cosmopolis, Oxford 2014.
Brubaker, R.: Nationalism reframed. Nationhood and the national question in the new Europe, Cambridge 2004.
Fischer, M. und Friedrich, M.: Kirche – Volk – Staat – Nation. Ein Beitrag zu einem schwierigen Verhältnis (2002), Leuenberger Texte Nr. 7, Leipzig 2017.
Gosewinkel, D.: Schutz und Freiheit? Staatsbürgerschaft in Europa im 20. und 21. Jahrhundert, Berlin 2016.
Greenholm, C.: Art. Nationalismus, in: TRE 24 (1994), 21–34.
Habermas, J.: Zur Verfassung Europas. Ein Essay, Berlin 2011.
Hirsch, E.: Leitfaden zur christlichen Lehre, Tübingen 1938.
Hoffmann, L.: Das ‚Volk‘. Zur ideologischen Struktur eines unvermeidbaren Begriffs, in: Zeitschrift für Soziologie 20 (1991), 191–208.
Honecker, M.: Art. Volk, in: TRE 35 (2003), 191–209.
Honecker, M.: Kirche und Nation – Herausforderungen für den europäischen Protestantismus, in: EpdD 41 (1995), 21–27.
Jansen, C. und Borggräfe, H.: Nation, Nationalität, Nationalismus, Frankfurt/Main 2007.
Kohler, G.: Basiskonsens und Willensnation. Die Kontingenz des Unverfügbaren und das Modell der Schweiz, in: Hans Vorländer, Demokratie und Transzendenz. Die Begründung politischer Ordnungen, Berlin 2013, 121–141.
Luibl, H. J.: Art. Nation (Th), in: Evangelisches Staatslexikon, Stuttgart 2006, 1573–1578.
Meinecke, F.: Weltbürgertum und Nationalstaat (1907), hg. von H. Herzfeld, München 1962.
Miller, D. L.: On Nationality, Oxford 1995.
Müller, J.-W.: Verfassungspatriotismus, Berlin 2010.
Nussbaum, M.: For Love of Country. Debating the Limits of Patriotism, hg. von J. Cohen, Boston 1996.
Ottmann, H.: Geschichte des politischen Denkens: Das 20. Jahrhundert, Bd. 4: Der Totalitarismus und seine Überwindung, Bd. 1, Stuttgart 2010.
Patel, K. K.: Projekt Europa. Eine kritische Geschichte, München 2018.
Renan, E.: Qu’est-ce qu‘une nation? (1882), Paris 1992.
Rosseau, J.-J.: Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts (1762), übersetzt von Eva Pietzcker, hg. von H. Brockard, Stuttgart 2011.
Tacitus, C, Germania, Münster 81968.

 

Links

Harald Fischer-Tinné, Dekolonisation im 20. Jahrhundert, https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/postkolonialismus-und-globalgeschichte/219139/dekolonisation-im-20-jahrhundert
Uwe Puescher, Die völkische Bewegung, bpb.de, 7. Juli 2016, https://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/230022/die-voelkische-bewegung?rl=0.3442848549536568
https://www.deutschlandfunk.de/luther-1917-und-2017-der-deutscheste-mann-den-es-je-gegeben.886.de.html?dram:article_id=379679
ISB, Lehrplan Ev. Religionslehre, Jahrgangsstufe 9, http://www.isb-gym8-lehrplan.de/contentserv/3.1.neu/g8.de/id_26239.html
ISB, Lehrplan Ev. Religionslehre, Jahrgangsstufe 11, http://www.isb-gym8-lehrplan.de/contentserv/3.1.neu/g8.de/id_26176.html

Veröffentlicht am 20.12.2018 (Version 1.0).